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Viele Rollen, ein Ziel: Helfen! Magazin

Orientierung im Ehren-Amt und Bevölkerungs-Schutz

Beim Bevölkerungs-Schutz zählt Team-Arbeit. Denn es gibt viele Aufgaben und viele Rollen.

Zum Beispiel:

  • direkt Hilfe leisten,
  • Aufgaben in der Betreuung übernehmen,
  • Aufgaben in der Logistik und in der Versorgung übernehmen,
  • Technik bereitstellen
  • oder bei der Organisation unterstützen.

Die Aufgaben übernehmen haupt-amtliche Einsatz-Kräfte und Ehren-Amtliche.
Für die haupt-amtlichen Einsatz-Kräfte ist es der Beruf.
Die Ehren-Amtlichen machen die Aufgaben nebenbei.

Nur wenn alle Aufgaben zusammenspielen,
dann ist eine schnelle und verlässliche Hilfe möglich.

Bevölkerungs-Schutz bedeutet: Es kommt es auf Zusammen-Arbeit und viele helfende Hände an. | © DLRG

 

 

 

 

 

 

Wie stellen sich die Menschen den Bevölkerungs-Schutz vor?
Viele Menschen denken, das ist Bevölkerungs-Schutz:

  • Wenn Einsatz-Kräfte Brände löschen.
  • Wenn Einsatz-Kräfte Menschen aus verunglückten Fahrzeugen befreien.
  • Wenn Einsatz-Kräfte bei Hochwasser anpacken.

Doch die Aufgaben sind viel größer.

Was machen die Einsatz-Kräfte sonst noch?
Manchmal müssen Menschen ihr Zuhause verlassen.
Dann betreuen Ehren-Amtliche die Menschen.
Oder sie organisieren Material und Verpflegung.
Oder sie sorgen für Strom.
Sie kümmern sich um Fahrzeuge und Geräte.
Und sie prüfen die Ausrüstung und bereiten Übungen vor.

Manchmal dauert ein Einsatz länger.
Dann kümmern sich die Ehren-Amtlichen um Nachschub, Treibstoff und warme Mahlzeiten.

Die Menschen sehen viele dieser Aufgaben nicht.
Aber man braucht sie damit der Bevölkerungs-Schutz funktioniert.

Ehren-Amt im Bevölkerungs-Schutz ist mehr als Einsatz-Fahrzeuge und Blaulicht

Verschiedene Organisationen arbeiten im Bevölkerungs-Schutz eng zusammen:

Zum Beispiel:

  • die Regie-Einheiten,
  • die Freiwilligen Feuerwehren,
  • das Technische Hilfswerk (THW),
  • Hilfs-Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK),
  • die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH),
  • der Malteser Hilfsdienst (MHD),
  • der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
  • oder die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Jede Organisation setzt eigene Schwerpunkte.
Im Einsatz greifen ihre Aufgaben ineinander und ergänzen sich.
Eine typische Aufgabe im Bevölkerungs-Schutz gibt es daher nicht.

Wenn man sich ehren-amtlich einbringen will, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • bei der Zusammen-Arbeit mit anderen Einsatz-Kräften,
  • im direkten Kontakt mit Betroffenen,
  • im technischen oder organisatorischen Bereich ,
  • oder mit Erfahrungen aus dem eigenen Beruf.

Auch diese Fähigkeiten können wertvoll sein:

  • Organisations-Talent,
  • handwerkliches Geschick,
  • Fremd-Sprachen,
  • mit Menschen gut umgehen können
  • oder Computer-Kenntnisse.

Die Fähigkeiten erscheinen im Alltag selbstverständlich.

Logistik bedeutet: Das Material und die Ausrüstung kommen dort an, wo sie gebraucht werden. | © THW

 

 

 

 

 

 

 

Betreuung als Ehren-Amt: Menschen im Mittel-Punkt

Wenn Menschen aus ihrem Haus gerettet werden,
dann kommen sie in eine Not-Unterkunft.
Sie stehen dann oft unter Stress.
Und sie wissen nicht, wie es weitergeht.

Genau dann sind ehren-amtliche Helfer und Helferinnen in der Betreuung gefragt.
Sie empfangen Betroffene und richten Unterkünfte ein.
Sie verteilen auch Kleidung oder Hygiene-Artikel.
Und sie helfen den Familien,
damit sie sich in der ungewohnten Situation zurechtfinden.

Zuhören und Auskunft geben

Manchmal müssen die Helfer und Helferinnen eine konkrete Auskunft geben.
Manchmal müssen sie ein offenes Ohr haben.
Und oft müssen sie beides gleichzeitig tun.

Diese Fähigkeiten sind dann besonders wichtig:
Man muss sich in die Lage der Menschen einfühlen können.
Man muss Geduld haben.
Und man muss klar mit den Menschen sprechen,
damit sie alles verstehen.

Das hilft auch:
Mehrere Sprachen sprechen können.
Und andere Kulturen kennen.

Dann können die Helferinnen und Helfer zusätzliche Brücken bauen.
Und sie helfen dabei,
dass die schwierige Situation leichter wird.
Und dass die Menschen wieder etwas Sicherheit und Orientierung bekommen.

Geeignet für Menschen

  • mit Freude am Umgang mit anderen,
  • mit sozialen Kompetenzen,
  • mit Organisations-Talent
  • oder mit Sprach-Kenntnissen.

Ehren-Amt und Organisation: Überblick behalten

Material und Personal müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Jemand muss die Ausbildungen und Übungen vorbereiten.
Und jemand muss die Informationen weitergeben.

Deshalb gibt es im Ehren-Amt auch Dienst-Pläne.
Und es gibt Termine und Verwaltung.

Das sind Aufgaben in der Organisation:
Ehren-Amtliche unterstützen die Einsatz-Leitung.
Sie kümmern sich um Verwaltungs-Aufgaben.
Oder sie sorgen dafür, dass alle an die Fristen und Termine denken.

Organisation ist mehr als Papier-Kram.
Das sieht man in solchen Situationen:

  • Die Übung findet wie geplant statt.
  • Ein Beitrag in den Sozialen Medien erreicht viele Menschen.
  • Oder Gespräche mit neuen Interessierten entstehen am Stand auf dem örtlichen Volksfest.

Du behältst gerne den Überblick und bringst Dinge ins Rollen?
Dann siehst du deutlich,
was gute Vorbereitung bewirken kann.

Geeignet für Menschen

  • mit Organisations-Talent,
  • Kommunikations-Stärke,
  • oder Erfahrung in Verwaltung.

Logistik und Versorgung im Bevölkerungs-Schutz: damit Hilfe ankommt

Manchmal dauert ein Einsatz dauert länger als erwartet.
Oder die Menschen brauchen plötzlich mehr Feldbetten.
Auch Trink-Wasser und Verpflegung müssen rechtzeitig bereitstehen.
Dann zeigt sich:
Eine funktionierende Logistik ist wichtig.
Logistik bedeutet:
Alles ist am richtigen Ort

Dafür sorgen die Ehren-Amtlichen.
Sie stellen das benötigte Material zusammen.
Sie beladen die Fahrzeuge.
Sie organisieren die Ausgabe-Stellen.
Und sie sorgen dafür,
dass Einsatz-Kräfte und die Betroffenen Essen und Trinken bekommen.
Und dass alle erhalten, was sie täglich brauchen.
Vieles davon passiert im Hintergrund und ist trotzdem unverzichtbar:
Wenn genau das Material eintrifft, das die Menschen gerade benötigen.
Oder wenn eine warme Mahlzeit nach vielen Stunden bereitsteht.
Dafür müssen die Einsatz-Kräfte vorausschauend planen.
Und sie müssen immer wissen, wieviel Material da ist.
Wenn sich die Lage kurzfristig ändert,
dann müssen sie trotzdem strukturiert arbeiten.

Geeignet für:

  • Organisations-Talente,
  • Menschen mit praktischem Geschick,
  • oder für Menschen mit Interesse an Planung, Material-Verwaltung und Transport

Technik: Lösungen für besondere Herausforderungen im Katastrophen-Schutz

Manchmal bleibt das Licht aus.
Oder eine Fläche steht unter Wasser.
Oder die Kommunikation muss ohne die gewohnten Geräte funktionieren.

Dann ist technisches Können gefragt:

  • Ehren-Amtliche bauen die Beleuchtung auf.
  • Sie nehmen Notstrom-Geräte in Betrieb.
  • Sie bedienen Pumpen.
  • Oder sie sorgen mit Funk-Geräten dafür, dass der Kontakt nicht abreißt.

Bei manchen Einsätzen machen die Ehren-Amtlichen auch Bergungs-Arbeiten.
Oder sie bauen eine vorläufige Infrastruktur mit auf.

Der technische Einsatz beginnt aber lange vor dem Einschalten eines Apparats.
Jemand muss Fahrzeuge und Geräte prüfen und pflegen.
Jemand muss die Ausrüstung vorbereiten.
Und die Einsatz-Kräfte müssen üben,
wie sie mit den Geräten umgehen

Es hilft, wenn man gern tüftelt und anpackt.
Und es hilft, wenn man gemeinsam praktische Lösungen findet.
Dann sieht man am Ergebnis, wofür die Vorbereitung wichtig ist:

  • das Licht brennt,
  • die Pumpe pumpt
  • und bei einer Übung sitzt jeder Hand-Griff

Geeignet für Menschen

  • die sich für Technik interessieren
  • die handwerklich geschickt sind
  • die gern zusammen mit anderen Menschen praktische Probleme lösen.

Wenn der Not-Strom fließt, läuft der Betrieb im Einsatz | © THW/Daniel Hofmann

 

 

 

 

 

 

Den passenden Platz im Ehren-Amt finden

Menschen denken beim Bevölkerungs-Schutz schnell an etwas Schlimmes:
Zum Beispiel:

  • An Sturm-Fluten, die ganze Straßen unter Wasser setzen.
  • An Wald-Brände, die sich an Ortschaften heranfressen.
  • Orkane, die Bäume auf Straßen, Schienen und Häuser stürzen lassen.

Sie denken an Groß-Einsätze, die für die Einsatz-Kräfte gefährlich und körperlich anstrengend sind.
An Groß-Einsätze, die technisches Können erfordern

Solche Einsätze gibt es, klar.
Aber es gibt auch andere Einsätze im Bevölkerungs-Schutz.

Wie ist der Alltag im Bevölkerungs-Schutz?

Der Alltag ist nicht so spektakulär.
Und es gibt viele verschiedene Aufgaben.

Zum Beispiel:

  • Sanitäts-Dienste bei Veranstaltungen
  • kleinere Brand-Einsätze
  • oder um Tätigkeiten, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht nach Bevölkerungs-Schutz aussehen.

Die Ehren-Amtlichen arbeiten normalerweise mit dem Schlauch und mit dem Bolzen-Schneider.
Oder sie nutzen einen Defibrillator.
Ein Defibrillator ist ein Gerät.
Das Gerät hilft beim Wiederbeleben von Menschen mit Herz-Stillstand.

Mit dem Koch-Löffel Menschen helfen

Die Ehren-Amtlichen können aber auch mit diesen Werkzeugen viel im Bevölkerungs-Schutz bewirken:

  • mit dem Koch-Löffel
  • mit der Tastatur
  • oder mit dem Werkzeug-Koffer.

Man muss dafür nicht schon alles können.
Das Wichtiste für den Einstieg ist:

  • Zeit und Neugier haben
  • zuverlässig sein
  • sich gern auf Neues einlassen
  • gern gemeinsam mit anderen lernen wollen.

Arbeitest du gern mit Menschen?
Dann könntest du dich in der Betreuung wohlfühlen.

Du planst und organisierst lieber?
Oder du behältst den Überblick?
Dann findest du möglicherweise passende Aufgaben in der Organisation oder in der Logistik.

Du interessierst dich für Technik?
Dann kannst du Geräte bedienen und Fahrzeuge pflegen.
Oder du kannst die Versorgung mit Strom und Funk unterstützen.
Praktisches Geschick ist ebenso gefragt wie Kommunikations-Stärke.
Auch Geduld oder ein gutes Auge für Einzelheiten und Kleinigkeiten ist gut.

Viele Aufgaben lassen sich auch anpassen.
Zum Beispiel an unterschiedliche körperliche Voraussetzungen.

Welcher Bereich passt zu den eigenen Interessen und Möglichkeiten?
Das lässt sich gemeinsam mit der jeweiligen Organisation herausfinden.

Auch darauf müssen sich Helfer und Helferinnen vorbereiten: Die Verletzten versorgen. | © WillingHoltz/DRK

 

 

 

 

 

 

Schritt für Schritt zum Einsatz
Der Einstieg in ein Ehren-Amt erfolgt Schritt für Schritt.

Eine Grund-Ausbildung vermitteltzunächst wichtige Abläufe und das nötige Wissen.

Anschließend können sich die Teilnehmenden weiterqualifizieren.
Zum Beispiel können sie sich auf bestimmte Aufgaben spezialisieren.

Mit wachsender Erfahrung lernen viele weitere Tätigkeiten kennen.
Oder sie besuchen zusätzliche Lehr-Gänge.
Oder sie übernehmen neue Verantwortung.
So entwickeln sich die eigenen Kenntnisse und Möglichkeiten nach und nach weiter.

Info-Abende zum Kennenlernen

Viele Orts-Verbände und örtliche Gruppen bieten Termine zum Kennenlernen an.
Oder machen einen Info-Abend.
Es gibt noch andere Möglichkeiten für den Einstieg.
Man muss nicht gleich fest mitmachen.

Bei solchen Terminen kann man Fragen stellen.
Und man kann verschiedene Aufgaben kennenlernen.
Welcher zeitliche Umfang passt zu deinem Alltag?
Das kannst du dort herausfinden.

Den passenden Platz finden:
Ein persönlicher Einblick hilft oft am besten dabei.

Gleichzeitig wächst mit dem Einsatz nicht nur das Fach-Wissen.

Verantwortung übernehmen und im Team zusammenarbeiten.
Auch in ungewohnten Situationen einen kühlen Kopf bewahren:
Das lernen die Mitglieder.

Vor allem erleben sie, dass sie anderen Menschen helfen können.
Und wie sich das anfühlt.

Technische Systeme unterstützen die Einsatz-Kräfte im Bevölkerungs-Schutz bei komplexen Aufgaben. | © DLRG

 

 

 

 

 

 

 

Die Hilfe kommt an, wo Menschen die Hilfe brauchen.
Jede Aufgabe trägt dazu bei.
Zum Beispiel die Betreuung.
Oder die Logistik und die Technik.
Oder die Organisation.

Manche Tätigkeiten stehen beim Einsatz im Mittel-Punkt.
Viele andere Tätigkeiten laufen im Hintergrund.

Erst gemeinsam entsteht daraus ein funktionierendes Team.
Deshalb muss man nicht schon alles können, wenn man anfängt.

Entscheidend ist:
Bereit sein und Verantwortung übernehmen.
Bereits sein und gemeinsam mit anderen helfen

Du möchtest deine eigenen Stärken einbringen?
Dann gibt es viele Möglichkeiten und den passenden Platz für dich im Ehren-Amt